talking Blackbox

wpid-p_20150724_184108.jpgDer Ploytec πλ² (fürderhin nur noch Pi genannt) ist schon seit zwei Jahren auf dem Markt und flog seit diesem Zeitpunkt unter meinem Wahrnehmungsradar. Ein Minisynth ohne Bedienelemente der einzig über einen Computer editiert werden kann passt nicht ins Woitek`sche Setup. Bis ich neulich in einem Video des Herstellers über die Firmware 02.56 gestolpert bin. Mittels dieser Firmware ist es möglich dem Pi eine geraume Anzahl künstlicher Phoneme zu entlocken, die richtig „zusammengesetzt“ sogar Wörter bilden können. Klanglich erinnert die Sprachsynthese an Stephen Hawkings DECtalk DTC01.

Meine bisherigen Versuche eine „Sprachabbildung“ in meine Klangerzeugung einzupflegen waren bis dato ohne Erfolg. Gesampelte Phoneme via MPC500 abzufeuern war klanglich nicht künstlich genug, der Babbeltron klang super – ist aber ne riesenmenge Arbeit , der zentrale Chip (Babbelbot IC ) ist zZt. vergriffen und die „Kiste“ von dem Ding ist viel zu groß für meinen Koffer. (Trotzdem bleibt der Babbeltron auf meiner Wishlist) Vocaloid-Prozessoren wie ZB. in KORGs Miku-Stomp sind als Effekt entweder zu teuer oder sprechen nur japanisch 😉 und zwei Franklin Bookman Übersetzungshandhelds sind bei dem Versuch die SMD-Platine zu löten leider frittiert worden.

Da kommt mir der Pi doch sehr gelegen. Nur per PC editierbar….aber er SPRICHT!

Zuhause angekommen versteckte sich die winzige schwarze Plastikkiste in einem kleinen Karton samt Flyer für mit Belegung der 64 Presets im Auslieferungszustand und einigen Anschlussschemata. Per MIDI2USB-Adapter lässt sich der Klang der Presets editieren und die Firmware updaten. Dummerweise liess sich die Firmware 02.56 nicht aufspielen. Nach einem sehr netten Kontakt mit Markus Medau von Ploytec stellte sich heraus, daß mein MIDI2USB-Adapter keine SysEx-Befehle übermittelte. Nachdem ich mir einen neuen Adapter gekauft hatte liess sich die Firmware problemlos aufspielen.

Aufgeschraubt & Verbessert
Da der Ploytec PL2 in seiner winzigen Abmessung vermutlich nur SMD bereithält habe ich die Box nicht einmal aufgeschraubt. Allerdings habe ich ein MIDI-Kabel mit einem Schalter versehen und den PL2 mit einem Merger-Kabel  an den MIDI-Out des MoPho und des KORG SQ1 gesteckt. Nun lassen sich die Speicherbänke und die Lautstärke des PL2 per MoPho steuern, da der MoPho ControlChange-Befehle über das MIDI-Out sendet. Der Schalter dient dazu, nach Einstellen des PL2, den MoPho umzustellen ohne Soundveränderung am PL2. Prima!  Alternativ werde ich für einen Standalone-Betrieb mir den Pocket Electronic von Doepfer zu Herzen nehmen- aber das beschreibe ich dann in einem separaten Artikel.

Fazit
Klanglich liegt der PL2 absolut auf meiner Wellenlänge. Aus der kleinen Box kommt von Orgel bis Sinuskurve alles raus was das Herz begehrt. Artefakte, Rauschen und Ticken passen prima in mein Setup- die Sprachsynthese ist für mich das Beste.
Natürlich muss ich zum editieren der Sounds das Ding an meinen PC anstöpseln, aber das mache ich ja auch mit dem MoPho und meiner MPC500.
Ich bin begeistert von dem kleinen Gerät und freue mich auf noch kommende Firmware-Updates.

Anbei ein schnelles Beispiel über die Sprachsynthese des PL2 in Kombination mit dem Korg SQ1.

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