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Plants & Taiko

Ein Pflanzen-Feedback-Duett

Eine besondere Spielart musikalischer Attitüde ist mir letzlich aufgefallen und ich war direkt begeistert. Das Kollektiv Datagarden hat eine Galvanometer-Schaltung entwickelt mit dem sich winzig kleine Stromflüsse an ALLEM messen lassen und in Midi-Signale umwandeln kann. So kann zB. der Stromfluss lebender Objekte hörbar gemacht werden. Datagarden benutzt dazu Pflanzen und nennt die Schaltung entsprechend „Midisprout“ Die Schaltung muss man, ganz DIY, selber zusammenlöten und ein ATMEGA auf dem Board rechnet die Galvanometerereignisse in Midisignale um. Datagarden lädt dazu ein das
Feld der Biosonifikation mit ihnen gemeinsam zu erforschen und Ergebnisse zu veröffentlichen. Das klingt interessant….

Da ich ja durch die enorme Arbeit an meinem neuen Heim im letzten 3/4 Jahr sehr beschäftigt war konnte ich in dieser Zeit nicht viel experimentieren. Am Ende der meisten Arbeit war ich froh dass ich nach dem Umzug mein Labor wieder neu einrichten konnte. Ich konnte endlich wieder Musik machen! Eine große Freude bereiten ein Sampleset japanischer Taikos auf meinem elektrischen Drumset. Aus einer schrecklich klingenden Marching-Snare baute ich ein grosses Triggerpad auf dem ich nach Herzenslust die grossen Trommeln schlagen konnte. Herrlich!

Nachdem mein Mangel an rhytmischer Betätigung abgearbeitet war stöpselte ich meine Zimmeraralie per Midi-Sprout an meine Taikos. Jenseits der bisherigen Verwendung- dem herumklimpern auf daitonischen Skalen, ballerte meine Zimmeraralie wunderschön auf die Trommeln als wäre sie bei Grossmeister Eitetsu Hayashi in die Lehre gegangen. Im Duett mit einer Drone die ich per Patch in einen Patchblock gepackt hatte klemmte ich den Ausgang der Drone an Kollege Zimeraralie und fertig war die Feedbackschleife in die pflanzliche Welt.

 

Die Topfpflanze interagierte mit dem Geschrummel aus meiner Drone und zeigte dies in der Intensität wie sie die Taikos bediente. Mein erstes Duett mit einer fremden Gattung. Die Ergebnisse dieser Interaktion sind leider (bis jetzt-meine Studien laufen noch) nur wenig hörbar und beweisbar.

Die Diskussion zu meiner kühnen Behauptung „Pflanzen interagieren musikalisch“ sei ab jetzt in den Kommentaren eröffnet.

PT01 Scratch Modifikation

Ein simpler Polwendeschalter am Motörchen hat den PT01 Scratch für mich zu DEM Tool für`s Sampling gemacht. Kostenpunkt: 6Euro beim grossen A. Mehr zur Funktion in folgendem Video

Demnächst baue ich noch eine stufenlose Geschwindigkeitskontrolle ein und was mir sonst noch so in die Hände fällt….

Ammoon AP-08 Looper

Ich stieß beim grossen A auf einen Looper für knapp 40 Euros der von einer mir unbekannten Marke verkauft wurde. Eine weitere Recherche ergab das dieses Gerät auch unteren anderen Namen, vorallendingen aus Fernost, im Internetz verkauft wird. Da ich meinen Musikunterricht sowieso mit einem kleinen Looper aufwerten wollte habe ich bei diesem Angebot zugegriffen und heute liegt das Ding, ein Ammoon AP-08, vor mir.
FrontalansichtDie Verpackung wirkt edel, der Looper ist bruchsicher in einem Bett aus geschäumten PUR verpackt. Winzig, das Ding- gespeist wird der Looper mit einem Netzteil (9V) , welches nicht im Lieferumfang dabei war. Der Formfaktor erinnert an einen TCE Ditto, ist aber noch kompakter. Beim grossen T gibts den AP-08 in rot von der Hausmarke und 10Euro teurer.

Die Oberfläche besitzt einen Lautstärkeregler und den obligatorischen Button zur Aufnahme. Seitlich ist noch eine Mini-USB Buchse verbaut; hinterrücks befindet sich die Stromversorgungsbuchse. Rechts gehts monoklinkesk rein und links gehts raus-das wars.

Technisch funktioniert der AP-08 so:
1x drauftreten – Aufnahme startet
erneut drauftreten – Aufnahme stoppt und Wiedergabe startet nahtlos
lange Treten -die letzte Aufnahme wird wieder gelöscht
doppelter Treter- die komplette Aufnahme wird gelöscht.

seitliche AnsichtDer AP-08 ist sehr klangtreu bietet true Bypass und scheint überwiegend brummfrei zu sein. Eventuell findet sich ja ein noch empfindlicheres Ohr für eine solche Nuance- ich fand`s jedenfalls OK.

Schade dass der digitale Inhalt nur per proprietärer Software ausgelesen werden kann, ein Dateisystem welche wie ein USB-Stick gemounted wird wäre mal erfrischend gewesen. So hätte ich die Ergebnisse des Unterrichts direkt per Androiden speichern können. Schade. Diese Schwachstelle wäre allerdings ein Anlaufpunkt für einen Hack. Male sehen ob ich Zeit & Muße dafür habe.

Für den Preis von 40Eur bietet sich in der Gesamtschau eine Menge Looper für kleines Geld. Ich sage: Kaufen!

saʊndlæg (Sound -leg, -lack, -lag)

[english below]
Das saʊndlæg (oder einfacher:  Soundleg) ist ein monophoner Synthesizer dessen Benutzerschnittstelle aus drei Potentiometern und fünf (Jetzt neu in V.2 =7 sprich Sieben ) berührungsempfindlichen Kupferstreifen besteht.
Zwei Schwingkreise, bei dem der erste den zweiten beeinflusst, lassen sich in Tonhöhe und Frequenzumfang steuern. Die Art und Tiefe, des bei Berührung entstehenden Geräuschs, kann durch die Kombinationen verschiedener Kupferstreifen und Potentiometer manipuliert werden.

Ein Einzelstück. Unbezahlbar.

Die deutsche Ausgabe der Gearnews war so freundlich dieses Instrument zu rezensieren.

The saʊndlæg is a monophonic synthesizer which is usable via the touch-depend oscillators. Three pots and a couple of copper stripes are the „keys“ to manipulate the deepness of the sound.

Pregphone

Pregphone Probe

 

[english below]
Das Pregphone ist ein modifizierter Fetal Doppler mit dem sich interessante Geräusche generieren lassen. Die Tastspitze wurde um zwei Ausgänge erweitert an dem verschiedene Aufsätze gesteckt werden können. Aufgrund dieser offenen aleatorischen Konzeption befindet sich das Gerät derzeit noch in der Entwicklungphase.Pregphone

 

 

 

 

 

 

The Pregphone is a modified fetal doppler which can generate interesting sounds. The probe tip has two outputs for the different attachments that can be plugged. Because of this open aleatory conception the unit is still work in progress.Pregphone ScreenPregphone Detail

SP 404 SX hacking…

Der SP404Sx Sampler von Roland ist von Haus aus mit einer sehr nativen Bedienungsstruktur versehen worden. Anders als bei der MPC-Reihe kann ich ohne große Sprünge im Menue Sounds von verschiedenen Eingängen abhören und Aufnehmen. Dazu muss lediglich REC gedrückt werden, der Speicherplatz auf einer Bank gewählt werden, die Eingangsquelle scharfgestellt werden und dann kann das Geräusch in den digitalen Speicher des Gerätes verstaut werden. Wer jetzt aber ein Instrument bedient, welches zwei Hände zur Bedienung nötig hat, der tut sich schwer mit einem sauberen Aufnahmestopp. Die Hand muss immer vom Instrument zum REC-Button wandern und so produziert man eine winzige Verzögerung, welche im Nachinein wieder ausgebügelt werden muss. Es sieht so aus als wenn Roland die SP404 nicht ganz zu Ende entwickelt hat. Gut nur, daß ich mit genügend Pioniergeist gesegnet bin um diesen Makel zu beseitigen: Das SP 404 SX Fußpedal!

Technisch gesehen habe ich nur den REC-Button auf den Fußboden geholt. Wer das auch machen will an seinem 400Eur teuren Gerät: Du arbeitest auf eigenes Risiko! Für die Zerstörung deines Gerätes oder dichselbst bin ich nicht verantwortlich!!!!

Die Hauptplatine

Als erstes muss das komplette Gerät auseinandergebaut werden damit wir an die Hauptplatine gelangen. Diverse Steckverbindungen müssen vorsichtig gelöst werden und die Reihenfolge des Ausbaus sollte auch klar sein damit es beim Zusammenbau kein Rätselraten gibt. Zusätzlich sollte man sich und sein Arbeitsbesteck erden. Die Hauptplatine wird so umgedreht, so daß wir die zwei 7Segment-Anzeigen erblicken können. Auf der linken Seite finden sich die Kontaktfelder für Delete und Record. Beide tragen jeweils die Bezeichnung SW10 und SW11. An der linken unteren Ecke von SW11 findet sich der erste winzige Lötpunkt den wir benötigen und an der rechten oberen Ecke von SW10 finden wir den zweiten Lötpunkt. Mit viel Geduld, Lötwasser und einem

Die zwei winzigen Lötpunkte

Lötkolben für feine Aufgaben gelingt es zwei dünne Litzen an diese Punkte zu löten. Wenn die Litzen dünn sind fällt es später leichter sie auf der Platine zu führen, da sie ja unter der Gummitastermatte liegen und so wohlmöglich die Buttonfunktion beeinträchtigen. Ich hab die Litzen noch am Rand der Platine mit Tesafilm fixiert. Nun kann das Gerät soweit zusammengebaut werden bis lediglich die untere Abdeckung fehlt. Hoffentlich hast du dir den Sitz von allen anderen Bauteilen und Steckverbindern gemerkt.
An das andere Ende des Litzenpaares muss jetzt die Buchse zur Aussenwelt angebracht werden und dieses wiederrum muss irgentwo durch das Gehäuse führen. Ich habe mich für eine große geschlossene Monoklinkenbuchse entschieden welche ich an der Stelle des Kensingtonschloss durchs Gehäuse führte.( Ein Fehler wie sich später herausstellte)

In das Rückblech muss an der richtigen Stelle ein genügend großes Loch gebohrt werden.

Dazu muss ein Loch durch das Rückblech gebohrt werden. Das Blech ist geerdet und das könnte wichtig sein: Bei einem ersten Versuch mit einer offenen Monobuchse wurde die Verkabelung geerdet und der Aufbau funktionierte nicht. Bei meiner

PICT0026_ergebnis
Angelötete Klinkenbuchse am neuen Loch befestigen.

Variante war beim Aufsetzen des Bodendeckels ein Schraubenstempel im Weg, den ich leider komplett entfernen musste damit alles passte.

Das Gerät war jetzt zusammengeschraubt, kein Bauteil war übrig (Puhhh!) und die gewohnte REC-Funktion tat auch noch seinen Dienst. Ein Testaufbau mit einem Taster an einem

Mein upgecycelter Fußtaster.

Klinkenstecker ergab das ordnungsgemäße Recordingverhalten, welches ja geplant war.  Nun fehlte mir noch ein Fußpedal. Für dieses Bauteil hatte ich ein altes Nähmaschinen-Gaspedal ins Auge gefasst welches ich komplett entkernte. Ich bohrte ein Loch ins Bakelit und befestigte einen einfachen Stompbutton unter der Verkleidung. Das Ganze noch schnell verkabeln und die Strippen angelötet:

Jetzt kann es losgehen!

Fertig ist das Fußpedal für die SP 404 SX!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Störfelder als Arbeitsfeld

RayDetectionGun


(Hinweis: Im Rahmen des aktuellen Interesses setze ich diesen Beitrag aus dem Oktober 2015 wieder nach oben.)

Im Mai 2015 war ich auf der Suche nach ungewöhnlichen und bisher ungehörten Samples. Die öffentliche Diskussion über Elektrosmog und meine Experimente im Themenfeld „Ätherophon“brachte mich auf die Idee hörbare hochfrequente Felder als Sample zu benutzen. Ich fand bei meiner SucBausatzhe einen Bausatz für einen E-Smog-Detektor und dann kam der Urlaub und ich vergaß das Vorhaben.

Anfang September machte ich wieder an die Arbeit und entdeckte auf meiner ToDo-Liste diesen Task. Ich besorgte mir den schliesslich den Bausatz und veränderte das Ding nur ein wenig für meine Zwecke. Eine schiebbare Antenne und ein LineOut waren das Einzige was an der SMD-Platine ohne kompliziertes Operationsbesteck zu verändern war. Ausserdem stopfte ich das Ganze in ein futuristisches funktionales Gehäuse, welches meinem Fieldrecordingambitionen entgegen kam. Die Ray-Detection-Gun
Angestöpselt an meinen Tascam-Rekorder erfoschte ich das weite Feld der nieder- und hochfrequenten Weiten.
Das Abhören elektromagnetischer & hochfrequenter Felder ist der Infrarotfotographie  sehr ähnlich- nur in einem anderen Frequenzspektrum. Es brummt und surrt, rhytmische Klikker und gepulste düstere Bässe werden dank des Detektors hör- und aufnehmbar. Fieldrecording im bisher unhörbaren Bereich.
Wie immer muss ich nach meinen Fieldrecording-Streifzügen das Material sichten, abhören und gegebenenfalls bearbeiten.
Weiter unten findet ihr einen Song aus den geernteten Sounds- mal sehen wo mich das Ganze so hinführt.
(Update vom 1.Mai 2016: Nach Berlin! Ich wurde eingeladen meine RayDetectionGun  im Rahmen des großen Preises des Music Tech Fest in Berlin zu präsentieren. Wundervoll!)

DIY MPC

Trigger Finger ProIch habe dem Verkauf meiner MPC500 mit einem weinenden und einem lachenden Auge zugesehen. Auch wenn ich meilenweit von guten Fingerdrumming entfernt bin, fand ich die Pad-Anordnung der MPC immer gut. Selbst das spielen von Akkorden war mit dieser Klaviatur möglich.Die 12Levels-Funktion fand ich intuitiv und praktisch. In anderen Bereichen ließ die MPC500 Funktionen vermissen, welche bei anderen Instrumenten besser funktionieren. Die Aufnahme gestaltete sich schwierig, da war höchste Präzision gefragt. Die unübersichtliche Schichtung der Aufnahmeebenen war auf dem kleinen Display äusserst lästig.  Kurz und gut- das Ding verschwand in der Bucht- und jetzt vermisse ich was. Durch Zufall stiess ich auf einen Pad-Controller für DAW´s der MPC-ähnlich daherkommt und auch ein physisches Midi-Out hat:Der Trigger Finger Pro von M-Audio. Vor rund 2 Jahren wurde dieses Gerät auf den Musikmessen vorgestellt und nun scheint es einen Abverkauf zu geben, da softwareseitig das Gerätebundle große Lücken hinterliässt. Das Internet ist voll mit Beschwerden über den nur schwer nachzuladenen Content. So kann`s gehen wenn man das Geld für 2 Daten-DVDs sparen will. Aktuell ist der Controller für 130Eur zu haben; ich habe ein Gebrauchtgerät etwas günstiger in der Bucht ersteigert. Mal sehen ob ich ohne Computer mit diesem Ding musizieren kann.

Äußerlich kommt der TFP sehr solide daher: Alu-Finish, Thickpads , alles sitzt ordentlich und wackelfrei. Das gefällt- ein Pluspunkt.
Das große Volltext-Display erleichtert die Arbeit ungemein – ein Pluspunkt.
Der Workflow am Gerät funktioniert folgendermaßen: Es gibt 4 Pad-Ebenen welche jeweils 16 Pads haben. Für jedes Pad steht eine Sequenzer-Reihe mit 16 Steps und maximal 4 Bars zur Verfügung. Jedes Pad kann einzeln konfiguriert werden mit den Parametern : Midinote, Anschlagsdynamik, Aftertouch, Padfarbe bei An/Aus, Midikanal und Ausgang per Midi oder USB.
Je nach Organisation des eigenen Setups kann so ein ganz individuelles Layout gebaut werden: ein dicker Pluspunkt, denn schliesslich eignet sich durch dieses Feature der TFP auch für Musiker die kein DAW verwenden wollen. Alles was ein Midi-Out hat kann vom Triggerfinger bespielt werden!

IMG_20160418_193949Wer jetzt ein Liedchen zusammenschrauben will kann einerseits für jedes Pad die Notentrigger auf dem Sequenzer setzen oder per Aufnahme-Button etwas auf den Pads spielen. Hier kommt zum Vorschein dass dieser Controller ein Beat-Controller ist: Anschläge werden nur pro Anschlag registriert. Langanhaltende Töne werden nicht gespeichert- diese muss man händische per TIE-Funktion in den einzelnen Sequenzerspuren verbinden.  Wer seine Komposition speichern will kann dies auf 16 Speicherplätzen tun, es stehen 16 Plätze für Sequenzer und  16 Plätze für Globale Einstellungen zu Verfügung. Wer jetzt für einen Song 3 Teile zusammenbaut kann also 5 Songs abspeichern. Das reicht gerade für einen kleinen Auftritt.
Der Triggerfinger Pro kann die MPC nicht ersetzen wenn man keinen Sampler hat. Mit einem Sampler allerdings kann ich , analog zur MPC, Samples auf Pads zuweisen , abfeuern und aufnehmen.  Die Quantisierungsfunktion der MPC fehlt- das ist Präzision gefragt. Im Unterschied zur MPC gibt es keine 12Level-Funktion, denn es handelt sich ja nur um einen Controller. Effekte fehlen genauso, aber die Controllerfunktion lässt externe Geräte via Midi kontrollieren. Ich benutze als Sampler einen Akai MPX8 der dummerweise kaum MIDI-Anbindung bietet. Vielleicht bietet da die Zukunft die ein oder andere Gelegenheit? Warten wir es ab.
Im Großen und Ganzen hat mich der Triggerfinger-Pro so überzeugt (Volltextdisplay, 99%Midi-Fähig) das ich den Arturia Beatstep wieder in die Bucht geschickt habe- diesmal ohne schlechtes Gewissen.

 

 

Patchblocks !

Ein Bollwerk gegen jedes verdammte Preset!
Es war mal wieder typisch. Ein pfiffiger junger Mensch hat eine tolle Idee, mobilisiert tausende Gleichgesinnte per Crowdfunding und die tolle Idee wird Realität. Das Ganze ist mehr als zwei Jahre her und ich bekomme die Sache erst jetzt mit. Die Rede ist von den Patchblocks: Programmierbare Elemente mit zwei Potis und zwei beleuchteten Tastern die musikalisch erstmal alles sein können. Ein Instrument, ein Effekt, ein Kontrollspannungswandler (Hallo Syncman), ein Mididatenwandler, und und und   -man muss nur die Software verstehen. Die Patchblocks haben eine Menge Nerdpotential und ich als Kabelschrat bin sofort aufmerksam. Das klingt nach einer musikalischen eierlegenden Wollmilchsau. Und wenn ich auch das Analoge liebe – Das muss ich ausprobieren!

Tag -2: Das Ding ist bestellt und auf dem Weg. Ich lade mir schonmal den Editor auf den PC und probiere per Emulator ein paar Patches aus. Die Software scheint einfach zu bedienen und erinnert ein wenig an Visual Basic- klaro , es wird ja „programmiert“ – aber auf LEGO-Niveau.

Tag -1: Durch das Studium fremder Patches und den Tutorials erschliesst sich mir die Funktion einiger Programmelemente. Warum kann ich mich nicht per Programmschnittstelle in der Community einloggen, auf der Website geht das doch auch?

PatchblockTag 0: So, das Paket ist da. Big T ist einfach der schnellste! Hübsche Verpackung. Anbei liegt zweierlei Kabel. An den PC anschliessen und fremde Patches austesten. Seltsam- manchmal will die Software „Blocks“ nachladen, aber das funktioniert leider nicht. Ich google die Blocks, lade sie runter und kopiere sie händisch in den richtigen Ordner. Ahh, jetzt geht das. Ich bleibe bei einer Drone die auf A dröhnt. Kompilieren und rauf aufs Gerät: Klingt gut. Spontan entschliesse ich mich eine kurze Session aufzunehmen. Ja, das hat Potential.

Tag 1: Gibts denn da kein MIDI-In? Ahh, im Inet gibt es eine Anleitung. Was brauche ich…Midibuchse und 2 150Ohm Widerstände?…Mist , hab ich nicht UND: für sowas benutze ich besser eine Schaltung mit Optokopplern.

Tag 8: Ich hatte in der letzten Woche echt viel zu tun und bisher keine Zeit für den Patchblock. Oha, es gibt eine neue Version des Editors. Hmm, das Einloggen klappt immer noch nicht. Verbesserungen sind bisher nicht spürbar. Was nervt: Der PB muss, damit der PC ihn als USB-Device erkennt, immer ausgeschaltet angeschlossen , dann eingeschaltet werden und letztendlich muss noch der USB-Stecker raus und reingesteckt werden. Später habe ich dann herausgefunden das dies die Standartprozedur ist. Es gibt sogar ein offizielles Video dazu.

Ich probiere eine Handvoll Patches aus der Community aus. Die Mehrzahl davon funzt nicht da ständig irgendwelche „Blöcke“ nachgeladen werden müssen.  Ich kapier das Konzept noch nicht ganz. Schliesslich habe ich alle „Blocks“ von der Website händisch heruntergeladen und in den entsprechenden Ordner kopiert. Das verhindert in der Software zwar keine Warnungen aber erhöht die Chance daß der Patch auch funktioniert.
Ich verändere vorhandene Patches. Wabernde Dronen kann ich mittlerweile ganz gut herstellen. Ich brauche einen Midi-Block.

Patchblock und MidiBlock

Tag 14: Der Midi-Block ist da. Das Ding steckt auch in einer hübschen Verpackung -schnell ausgepackt. Eine Anleitung ist nicht dabei. Aber auf der Verpackung gibt es hilfreiche Hinweise zum Anschluss dieser Perepherie. An der Rückseite des Blocks gibt es einen Wahlschalter für In- oder Out-Modus. Stecker aufstöpseln und antesten. Es funktioniert. Toll, dass das so einfach geht.  Lediglich beim Abziehen des Midi-Steckers mache ich mir Sorgen, denn der Stecker sitzt schon sehr stramm auf dem Gerät. Ich teste einige fertige Midi-Patches aus der Community aus.
Ich bleibe bei dem MIDI-Synth aus den Tutorials und versuche die Knöpfe an meiner Keytar bestimmten Funktionen zu zuordnen. Es gelingt mir ein Delay auf das Pitchbend zu legen.
Per Sequenzer verschluckt der Patchblock ein paar Noten ,hängt oder der Sound reisst ab. Trotzdem: der Patchblock fängt an Spaß zu machen.screen_prg

 

Die Software:
Die Software funktioniert, ist aber teilweise unausgereift.Zum Beispiel lässt sich die Arbeit mit den Fenstern nicht dauerhaft personalisieren. Ich arbeite mit einem zweiten Monitor und wenn ich Console und Hilfekontext im Zweitschirm anordne bleibt dies nach einem Programmneustart nicht so. Zusätzlich ist die Schnittstelle zur Community infunktional- Einloggen geht aus der Software heraus nicht. Die Warnmeldungen in einem separaten Fenster nerven- diese verschwinden seit dem Softwareupdate irgendwo, sind aber in der Taskleiste zu sehen. Erst wenn diese Warnmeldung weggeklickt wurde kann man weiterarbeiten. Sowas kann auch im Console-Fenster erledigt werden.

Die Hardware:
Der Patchblock wirkt trotz der offenen Bauform stabil und wertig. Meine Variante in Acrylicblau wirkt mit der weissen Platine und den blauen LEDs edel. Die Potis sitzen stramm, lediglich die Endkappen für die Taster rappeln ein bisschen im Gehäuse. Der MIDI-Block ist eher funktional denn schön gestaltet. Die Verbindung über den seitlichen Steckverbinder gestaltet sich zuverlässig obwohl die beiden Elemente nicht schlüssig aneinanderpassen. Der MIDI-Stecker auf der Platine sitzt, nach meinem Geschmack, viel zu stramm. Da sollte man nicht oft den Stecker wechseln. Ich hab mein MIDI-Kabel einfach daraufgelassen.

Der Sound:
Der Patchblock klingt erstmal so gut wie er programmiert wurde. Trotzdem kann er seine digitale Herkunft nicht verschleiern. Bei meinen Patches hörte ich stets Artefakte ,Hintergrundgeräusche oder Reste von fehlgeleiteten Frequenzen- alles sehr im Sinne von Circuit Bending. Überraschend, manchmal unzuverlässig und je nach Wunsch auch übersteuert. Toll!

Fazit:

Was soll ich sagen? Das Ding hat Ecken und Kanten! Die Patchblocks sind keine Instrumente um mal eben Musik zu machen. Es bedarf vieler Informationen und die nötige Neugier um sich mit der Software und den ganzen kleinen Problemchen  zurecht zu finden. Dokumentationen gibt es zuhauf auf der Website patchblocks.com und im hauseigenen Wiki. Die Software ist funktional, aber noch ein wenig buggy.
Wenn man alle  (und die bisher unentdeckten) Ecken und Kanten kennengelernt hat wird man den Patchblock lieben lernen.
Die Anzahl der Knöpfe ist limitiert, sowas könnte mit einem 4 x4 Pad-Block gelöst werden, auch einen SD-Leser-Block kann ich mir vorstellen. Letztendlich hat man mit dem MIDI-Block zugriff per MIDI-Befehl auf jede Menge Knöpfe, z.B. in Form eines Keyboards oder MIDI-Controllers.
Für 60Eur (Patchblock)  habe ich jetzt ein Instrument welches keines ist. Samples und Pattern abfahren macht eine kleine Kiste noch nicht zu einem Instrument- dazu kann sich der Instrumentalist an zu wenig Bedienelementen ausdrücken. Virtuosität wird auch in der Anzahl der beherrschbaren Parameter ausgedrückt- dessen sind es beim Patchblock nur vier. Als individueller programmierbarer Effekt funktioniert das in dieser Form schon besser: Eingang, Ausgang, vier Parameter, die meisten Effektpedale laufen genau so.

Plus 40Eur (Midiblock) habe ich die Möglichkeit meiner Virtuosität in Form eines Midikeyboards/Controllers Ausdruck zu geben. So macht der Patchblock für mich erst Sinn. Somit spielen wir preislich in der Liga eines Ploytec PL2, Meblib oder eines Volcas. Der Vergleich ist schwierig denn irgendetwas ist trotzdem anders.

Das Alleinstellungsmerkmal des Patchblocks ist der unglaublich starke Aufforderungscharakter etwas mit diesem Stückchen batteriebetriebener Platine zu machen. Etwas Einzigartiges, etwas Künstlerisches. Ein Sound der von der eigenen programmierten Kreativität gespeist wird. Ein Bollwerk gegen jedes verdammte Preset.
Und somit kann ich den Bogen zurückschlagen: Der Umgang mit dem Patchblock, der komplette Prozess von Programmerstellung und Wirkungsüberprüfung macht dieses Ding zur Kunst. Der Patchblock kann ein Instrument sein- er kann aber auch, innerhalb seines wirkenden Codes, Kunst sein- und DAS ist etwas was nicht viele elektronische Geräte geschafft haben.

 

Neue Firmware für Retrokits RK-002!

Grit von Retrokits war so freundlich mich über das aktuelle Firmware Update seines RK002-Kabels zu informieren. Im Detail sollte es damit möglich sein den Pitch des gespielten Samples zu verändern. Erfreut machte ich mich an die Arbeit.
Als erstes musste die neue Firmware (v19) auf das Kabel. Diese liegt auf der Website als midi-Datei vor. Da dies das erste Firmwareupdate für das RK002 ist, gab es noch keine Prozedur für diesen Vorgang. Ich hatte noch nie irgendwas mit midi-dateien gemacht. Nach einer langen Recherche im Inet war ich so gedemütigt, daß ich den Windows Media Player wieder auf meinem Win7-System installierte um das Update durchführen zu können.
Ich stöpselte mein Ploytec-Midikabel an die Midi-In-Seite des RK002 (Hinweis: Midi-Out ist beim RK002 rot markiert) und startete die Wiedergabe der Midi-Datei- nichts passierte.
An dieser Stelle ist es hilfreich zu Wissen daß bei Win7 eine Midi-Ausgabe nicht mehr automatisch über einen angeschlossenen Midi-Out stattfindet. Irgendwie musste das Signal aber dahin. Nach einer weiteren Recherche fand ich Hilfe in Form des Putzlowitsch Midi-Mappers der genau dies in der Systemsteuerung ermöglicht.
Beim erneuten Abspielen der Midi-Datei via des Windows Media Players erklang aus dem Volca Sample eine Tonkaskade als Bestätigung des Vorgangs. Na prima- dann kann es ja endlich losgehen.
Laut Video von Retrokits sollte es nun möglich sein in der unteren Hälfte der Klaviatur ein Sample auszuwählen welches dann in der oberen Hälfte chromatisch spielbar ist.

Ich wähle auf dem Beatstep Pro die Oktave C3 und finde meine Samples. Ich wähle das erste Sample aus und suche in den oberen Oktaven- nichts. Mist!

Ich stöpsle den Arturia Beatstep Pro an den PC und sehe nach ob ich dort etwas verändern kann. In der Controllermap setze ich einen Drehknopf auf CC43. Das bewirkt beim Abspielen auf Sequencer 3 mit der bekannten Bassdrum eine veränderung des Pitch. Allerdings konnte ich dieses Feature schon am Volca Sample nutzen- diese Veränderung bringt also keinen Mehrwert…..

(Es folgen mehrere Stunden der Fehleranalyse mit eine Prise Selbstzweifel ob „das alles“ so richtig ist)

Letztendlich habe ich mit der Velocity einen Parameter gefunden mit dem sich am Beatstep Pro der Pitch des Samples verändern liess.  Dazu habe ich die Website von Retrokits  mit den Einstellungen aufgerufen, den Volca Sample an mein Midi2USB Adapter angesteckt und das Kabel nach meinen Bedürfnissen angepasst. Zur Bestätigung des Vorgangs ertönte wieder ein Sample aus meinem Volca.
settings
Eine bessere Einstellung (welche ich bis jetzt aber noch nicht ausprobiert habe) zeigen die Entwickler in folgendem Video.

Fazit:
Ohne die Videos , die Retrokits in den letzten Tagen online gestellt hat, wäre ich niemals zu einem Ergebnis gekommen. Eine schriftliche Dokumentation fehlt , mit Ausnahme der Website, gänzlich.  Trotzdem bleibe ich dabei: Jeder der genug Erfahrung oder Ausdauer hat kann sich mit dem Retrokits RK002 für kleines Geld ein ganzes Bündel an sinnvoller Erweiterung für seinen KORG Volca Sample kaufen.

KleinerTip : Vielleicht habe die Jungs von Retrokits auch noch Lust dem Volca Sample einen SD-Karten-Slot zu schenken 😉

Retrokits RK-002

KORGs Volca Sample ist innerhalb seines Preissegments ein Sampler mit vielen Editiermöglichkeiten Out-of-the Box. Schon im alleinigen Betrieb kann man mit dem Ding die Bude rocken. Sehr schön ist auch die Midi-In Buchse am Gerät, ein seltener Fall von Empathie- denn meistens wird ja das blöde Midi-USB verbaut. Schlecht finde ich: der Volca Sample empfängt  für jedes Instrument innerhalb eines Programms auf einem eigenen Kanal. (Vermutlich ist das ein Standart, denn an meiner KORG DRM1 ist das genauso) Somit konnte ich den Sample nicht an meinen Beatstep Pro anschliessen, da dort jeder Sequenzer auf einem Kanal arbeitet.
Aber zum Glück gibt es das Internet mit all seinen Meinungen, Ecken, Kanten und in einer kleinen aber feinen Ecke bieten die Jungs von Retrokits auf einer sehr schönen informativen Seite das RK002 Kabel an. Dieses Kabel nimmt die Daten von einem Kanal und verteilt sie auf die 10 Kanäle für jeden Slot auf dem Volca Sample. Einstellen kann man auch etwas beim RK002: Auf der eigens eingerichteten Internetseite kann jeder mit dem richtigen Plugin und einem USB2Midi-Adapter globale Einstellungen vornehmen. Heureka- das funzt! Der Preis dieses Spezialkabels liegt mit Fracht bei ca. 45Eur und kommt per königlicher Post aus den Niederlanden. Im Kabel ist nach meinen Informationen mal ausnahmsweise kein Mini-Arduino verbaut sondern ein NXP Microcontroller mit 32Bit. Trotz des Preises, der ja bei einem Drittel des Volcas liegt, finde ich die erhöhte Funktionalität ausschlaggebend für dieses Stück Hardware.

Funktion:
Wenn das Kabel eingerichtet ist lässt sich per Sequencer jeder der 10 Slots im gewählten Programm antriggern: Mit SHIFT, VELO & GATE. Ausserdem kann man die Samples durch die VOLCA- Potis während des Spiels verändern. Auch das Wechseln des Programms ist ohne Probleme möglich. START und STOP werden auch übermittelt. Prima- sowas hatte ich gesucht!

Und es wird noch besser: Es wurde am 27.Januar eine neue Firmware für das Kabel geschrieben mit der nach seiner Aussage der Pitch eines Samples okavrein verändert werden kann. Wie gut dieses Versprechen gehalten wird, welchen Mehrwert diese Veränderung an einem Arturia Beatstep Pro hat und mit welchen Hilfsmitteln die neue Firmware auf das Kabel kommt beschreibe ich am 10.Februar in diesem Blog.

Der SyncMan von Custom Live Electronics

imageUpdate vom 9.Januar 2016 :
Seit 9 Monaten gehe ich schwanger mit Worten über den Syncman von Custom Live Electronics. Zeit für eine erneute Bestandsaufnahme.

Wer, so wie ich, die elektronischen Instrumente mit seinem Looper in Einklang (sprich: Im Takt!) bringen möchte braucht entweder viel Geld für Hardware (wie zB. einen Looper mit Midi) oder jedemenge Rhytmusgefühl. Leider ist es egal wie gut dein Loop eingespielt ist- nach mehreren Takten ist das Ding aus der Spur und somit unbrauchbar für Instrumente die sich gegenseitig synchronisieren.
In diese Lücke wirft Benoit Andru all sein Können und bietet auf seiner Internetseite den „SyncMan“ an, der es erlaubt BPM per Midi oder Sync-Signal von KORG zu empfangen und in JamSync-Signale von Digitech zu wandeln. Für 130 Euro zzgl. Versand kommt das kleine Gerät ohne sonstiges Zubehör (es war nur noch eine Visitenkarte drin) zuhause an. An meine Gerätschaften angeschlossen signalisiert die rote LED des Geräts die Ankunft eines Signals und zählt prompt mit- allerdings nicht immer gleich. Egal ob MPC per Midi oder die Volcas,Monotribes und der SQ1 per KORG-Sync: Manchmal macht das Gerät aus 16Steps 1,2 oder auch 4 Zähler. Dummerweise spricht somit der anhängte Looper von Digitech sehr unterschiedlich an. Bei 1 Zähler dauert es entscheidend länger bis der Looper aufnimmt bei gedrücktem Fußschalter- bei 4 Zählern ist es kürzer. Da ist präzises Timing gefragt- sonst wird der Loop vom Sync-Signal abgesägt. Hilfreich ist es beim Aufnehmen auf die LED des Syncman zu achten, dann gelingt der Loop sehr zuverlässig.

Update1: Juni 2015
Mittlerweile hat sich rausgestellt, daß die Reihenfolge der Gerätschaften über welche das Sync-Signal geführt wird einen Einfluss auf die Zählzeiten des SyncMan hat. In meinem Fall hängt der SyncMan am SQ1 und das Signal wird vom VOLCA Sample über alle Geräte bis dorthin geführt. Wenn ich den VOLCA Sample als letztes in der Reihe anschalte zählt der Syncman immer brav auf Step 1- mal mit 1,2 oder 4 Zählern.

Update2: November 2015
Der Entwickler hat auf einer neuen Internetseite eine Software zum Update des Syncman bereitgestellt. Per Midi wird die neue Firmware dann eingespielt. Eine spürbare Verbesserung habe ich aber nicht bemerkt.

Update3: Januar 2016
So richtig rund läuft´s nicht mit dem Syncman(Firmware 3.1) . Klar, manchmal funktionierts- aber eben nicht zuverlässig. Wieviel Zeit ich an meinen beiden Jammans zur Fehleranalyse verbracht habe weiss ich weder, noch an welchem Gerät ich am meisten umgestöpselt habe um das Ergebnis zu verbessern aber diese kleine Kiste hat anscheinden ein zickiges Temperament. Manchmal läufts brav per Midi-In – manchmal nur per KORG-Clock- und manchmal eben garnicht. Ich weiss auch nicht ob am Midi-Routing liegt (eigentlich kann das nicht sein- es geht direkt vom Thru in den Syncman..) aber es NERVT! Wer hilfreiche Hinweise zu diesem *$§&%-Ding hat ist in den Kommentaren herzlich willkommen.

Im Innern der grauen Aludruckgusskiste werkelt ein Arduino Mini,welcher auf einem Board mit Ein- und Ausgängen gesteckt ist. Alles in Allem ein Materialwert von 30Euros. Wenn man die Entwicklungskosten bedenkt, die ein Privatmensch ohne große Absatzzahlen hat, dürften die 130 Euros schon berechtigt sein- auch wenn das viel scheint für ein Kästchen das nur Kontrollspannung umwandelt…image

Ich bin noch ein wenig unsicher ob ich das Kistchen gutfinden kann. Auf der einen Seite habe ich die Möglichkeit herbeigesehnt endlich mein komplettes Instrumentarium per Looper in mein Setup einzubinden. Auf der anderen Seite ist es wesentlich schwieriger einen per BPM gesteuerten Looper zu bedienen als in einem freieren Setup. Übung macht da den Meister. Übung habe ich bereits genügend.

Aufgeschraubt & Verbessert:
Da der Syncman bei Tempiwechseln nicht automatisch seine Zählzeiten aktualisiert habe ich direkt hinter der Stromversorgung einen einfachen Unterbrecher zwischengelötet um das Gerät resetten zu können.

 

 

Geräuschlose Elektromobilität?

Das Elektroautos kaum wahrnehmbar ihren Dienst verrichten ist bekannt. Unerforscht ist bisher die Frage ob andere Verkehrsteilnehmer durch das Herannahen eines geräuscharmen Fahrzeuges durch die fehlende Warnwirkung eines Verbrennungsmotors gefährdet werden. Die EU arbeitet bereits an einem Gesetzentwurf und auch die Autobauer wollen ihren E-Fahrzeugen einen charakteristischen Sound verabreichen. Die möglichen Geräusche kommender Autos sind ein bisher noch undefinierter Raum und es wird nicht mehr lange dauern bis die Autokonzerne ihre Klangkreationen präsentieren. Dieser undefinierter Raum verlangt allerdings auch die Rezeption durch die Kunst und ich möchte hier meinen Beitrag leisten.

Vor bereits 3 Jahren habe ich unter dem Pseudonym „BerniLux“ bei Soundcloud eine kleine Auswahl möglicher Fahrzeuggeräusche eingereicht.

Zur aktuellen Diskussion und unter Berücksichtigungen der neusten Forschungen habe ich meine Palette nocheinmal erweitert und stelle sie hier vor.


Ausserdem habe ich zu Visualisationszwecken ein kleines Video zusammengeschnitten.

Da ich das Thema sehr spannend finde, bleibe ich auch zukünftig aktiv und werde ggf. das Album in meiner Soundcloud-Ecke mit neuen Geräuschen ergänzen.

Schall, Platte und der Wille zur Gestaltung!

Seit einigen Wochen experimentiere ich mit einem DUAL P70 herum und versuche herauszufinden was ausser Schratching und Looping sonst noch so möglich ist. Vermutlich bin ich nicht der erste der sowas ausprobiert aber externe Erfahrungen sind ja bekanntlich für das eigene Lernen oft unnütz.
Um technisch auf dem Stand der Dinge zu sein habe ich dem P70 erstmal einen Mono-Chinch ausgang spendiert. Die Nadel tastet zwar Stereo ab – der Verstärker machts aber nur Mono. Für meine Versuche soll das zuerst reichen.
p70Dann habe ich mit Hilfe meiner Töpferscheibe einen Satz Schallplatten vorbereitet.
Die ersten drei Versuche habe ich mit abgeschliffenen Schallplatten (40er Körnung) gemacht.
Platte Eins war gleichmäßig abgeschliffen und erzeugte nur ein Rauschen und Kratzen. Platte Zwei war von Aussen nach Innen in Abstufungen abgescheuert und produzierte den gleichen Sound mit zunehmenden Audiofetzen der Orginalrille. Platte Drei war zusätzlich zum Abrieb mit tiefen Rillen versehen und erzeugte Sounds a la Zahnarztbohrer.
Platte Vier war ungescheuert mit radialen Schnitten versehen und erzeugte lustige Sprünge in der Orginalrille – Chaossampling. Das war schon eher nach meinem Geschmack, allerdings zu aleatorisch.
Platte Fünf war mit einer Beschichtung aus Silikon versehen: Naja, nicht besonders Gehörfreundlich! Außerdem hatte ich Angst dass mir die Nadel abreisst.

 

Im Großen und Ganzen waren meine Versuche also interessant aber erfolglos was die Suche nach neuen Sounds angeht. Da ich die Arbeit von Claus van Bebber schon kenne (gelegentlich treffen wir aufeinander) habe ich von der Manipulation des Tonarms abgesehen;  die Bearbeitung von Loops mache ich mit anderem Werkzeug.

Ein weiteres Versuchfeld war das Experiment mit Festplatten. Inspiriert von Gieskes öffnete ich mehrere Festplatten und vermehrte mein Wissen über die Möglichkeiten von Circuit Bending. Ich war erstaunt wie robust so eine Festplatte sein kann.  Bei meiner Suche stolperte ich über DIY HDD-Lautsprecher – witzige Sache, allerdings zur Zeit noch ohne Nutzen für mich. Am Ende nahm ich mit meiner Telefonspule noch die Anlaufgeräusche und Lesebewegungen der Festplatte auf und dann war dieses Thema erstmal für mich erschöpft.

Der letzte und finale Schritt ging in Richtung Floppylaufwerke. Das Internet ist voll mit Liedern welche von gesteuerten Floppy-Laufwerken abgespielt werden. In Ermangelung eines solchen und außerdem weil es alle machen habe ich mich damit begnügt den Sound eines Floppys aus einem Video auszuschneiden und per MPC500 in eine Tonleiter zu samplen. Ja, das ist brauchbar.

Ob es wegen der INTERACTIVE -CD nicht gefunzt hat? Wer weiss? (Sorry, Markus!)
Ob es wegen der INTERACTIVE -CD nicht gefunzt hat? Wer weiss? (Sorry, Markus!)

Bis auf die erfolgreiche Manipulation eines CD-Laufwerks dürfte ich alle wesentlichen Platten-Spieler abgehandelt haben. Vor zwei Jahren bin ich dieses Thema schon einmal angegangen- hab dabei aber nur die Buffer der CD-Spieler frittiert. Außerdem ist es ziemlich schwer einen CD-Spieler zu finden der NICHT mit SMD-Technik verseucht ist und aufgrund seines Alters noch funktioniert.
Aber ich bleibe dran: Für die Kunst – für das Geräusch – für den Geist in der Maschine!

Doepfer Pocket Electronic

Der Pl2 von Ploytec wäre ein wunderbares Instrument- wenn er ein paar Potis zum Steuern hätte. Da der MoPho per MIDI-Out Steuerbefehle sendet habe ich mir bisher mit einer Hilfsschaltung geholfen, was zwar funktional aber sehr unpraktisch war. Ständig verstellte Parameter am MoPho sind für Livemusik sehr lästig. Ein externer Controller musste her der Pitch und Prg-Change senden kann. Da der Markt leider mit USB-Controllern in allen Preisklassen verseucht ist gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Gerät schwierig.Der Pocket Elektronic Bausatz

Glücklicherweise bietet Firma Doepfer verschiedene OEM-Sets für die MIDI-Steuerung an. Mit so einem Ding kann sich jeder mit ein wenig Geschick seinen eigenen Controller bauen. Ich wählte den Pocket-Electronic-Bausatz der in einem schlichten Karton samt lückenloser Dokumentation, Netzteil , Flachbandkabel und Widerständen nach Hause kommt. Die beigelegte Dokumentation half ungemein bei der Planung der Schaltung für einen externen Controller- die bei Doepfer ladbare Software vervollständigt das Set.

Das fertige Modul

Da ich (bisher) nur die Tonhöhe, Lautstärke und das Preset des Pl2 verändern wollte kommen in meiner Schaltung 3 Potis(100k/linear) zum Einsatz. Diese werden nach Anleitungsschema an +5Volt ,die gewünschten Pins und GND gelötet und softwareseitig adressiert. Sowohl das Löten als auch das Zuweisen der Programmbefehle sollte jedem leicht fallen der nur Grundkenntnisse hat. Die Software ist einfach strukturiert- das kann jeder. Einzig die Belegung der beiden Flachbandkabel war ungenau dokumentiert. Normalerweise würde ich annehmen, daß das farbige Kabel an der Seite entweder mit 5Volt oder GND belegt ist. Da die Spannung laut Beschreibung an der zweiten Litze anliegt bleibt nur die Wahl zwischen GND und Pin 8 bzw. 16. Eine kurze Kontaktprüfung ergab, daß in meinem Fall die farbige Litze Pin 8 bzw. 16 war. Alles anlöten, Stecker auf das Board gepinnt, Software aufspielen per Midi und ausprobieren: Heureka, es funzt!Der PocketControl im Gehäuse

Letzendlich habe ich den Aufbau samt Netzteil in einem Akkulade-Gehäuse gequetscht untergebracht. Schöner ging es gerade nicht. Außerdem habe ich der Schaltung noch einen Killswitch spendiert- für alle Fälle.

Jeder der zitterfrei einen Lötkolben halten kann und ein ähnliches Problem plagt sollte hier zugreifen.

Spannungsmimose

Midi-Merger-Kabel aus RumänienAls preisbewusster Musiker bin ich stets auf der Suche nach günstigen Alternativen.
Neulich wurde ich auf der Suche nach einem Midi-Merger bei Ebay fündig. Der rumänische Verkäufer bot selbstgebaute Y-Kabel mit Merger-Funktion an.  Für 25 Euro kommt man nicht günstiger an solche Hardware. Da ich keine Lust hatte mehr als dreimal soviel für ein ähnliches Produkt von MIDISOLUTION auszugeben ging ich das Risiko ein und bestellte ein solches Kabel, welches auch 10 Tage später bei mir eintraf.
Erfreut stöpselte ich das Ding an meinen MoPho, welcher von nun an von KORGS SQ1 und meinem Keyboard angespielt werden sollte.  Wenn die steuernde Midi-Hardware 5V bereithält funktioniert das Kabel sofort, andernfalls muss man einen 9V Block anschliessen.
Dummerweise produziert das Kabel bei minimaler Spannungs-Unterversorgung diverse ProgramChange-Befehle, auf die der MoPho natürlich brav reagierte. Auch konnte ich die laufende Sequenz durch Drücken verschiedener Keyboardtasten stoppen oder es wurden Töne produziert welche endlos weiterspielten- bis ich dem MoPho den Saft abdrehte. Der Einsatz eines Netzteils mit 200mA behob dieses Problem für eine Weile, der SQ1 scheint mir mittlerweile verantwortlich für die ProgramChange-Befehle- Fein, wieder was gelernt!
Es hat einen Einfluss ob das Keyboard an Eingang1 oder Eingang2 (und somit der SQ1 am jeweils anderen Eingang) angeschlossen ist : Einmal reagierte der MoPho bockig mit „Notenhängern“ andererseits nicht. SQ1 und Keyboard gleichzeitig senden lassen funktionierte natürlich nur wenn beide Sender einen anderen Midikanal zum Senden benutzen- andererseits blockieren die Notenbefehle . Trotzdem sägte der SQ1 manchmal die Notenbefehle des Keyboards ab. Ob die teuren Geräte von MIDISOLUTION da besser reagieren kann ich sagen, evtl. gibt es Leser die mir da einen Tipp geben können.

Fazit: Wer zwei Geräte an einem Synth benutzen will kann mit diesem Kabel seine Freude haben, beide gleichzeitig spielen zu lassen erzeugt manchmal Datenmüll. Wer sich das Umstöpseln sparen möchte kann hier also ein bisschen Geld sparen. Der Verkäufer ist sehr nett und hat bei meinen Versuchen mit dem Kabel ein Troubleshooting gemacht und sofort Ersatz geschickt. Vielen Dank dafür!

Danke , Fritz !

wpid-p_20150624_141827.jpgMein erster Kontakt mit dem Theremin war vor Jahren in Berlin, als ich dort in einer Ausstellung ein Ätherophon sehen und antesten durfte. Später dann geriet ich wieder in Kontakt mit diesem Instrument als ich lernte die singende Säge zu spielen; haben beide Instrumente doch sehr viele Paralellen: bundloses Spiel, tolle Glissandos und enorm schwierig zu bedienen. Auf meiner Suche nach einer prägnanten Leadstimme in meinem elektronischen Instrumentarium stieß ich vor Wochen wieder auf dieses Instrument. Mein Anspruch waren gering, das Budget auch und so landete ich bei Golem Instruments. Nahe Bielefeld schraubt Fritz Soll in seinem Ein-Mann-Betrieb, der neben allerlei techn. Messgerät auch noch elektronische Musinstrumente baut, an der Entwicklung der verschiedensten Theremin-Modelle.
Verschiedene Foren warnten eindringlich vor dem Kauf eines Instruments aus der Golem-Schmiede, ungeachtet dessen erwarb ich das kleinste Modell für >0,1k€: das Poseidon 4.
Das Gerät verfügt über 2 Potis und 1 Mehrfachschalter, eine steckbare Antenne, einem Line-Out, Netzbuchse mit passendem Adapter(PS: Innenpol spreizen, dann gibts weniger Wackelkontakte) und 2 Minitrimmern zum Stimmen.
Das linke Poti regelt den Pitch der spielbaren Skala, so lässt sich der nächste Punkt zur Antenne auf einen Ton stimmen. Das mittlere Poti regelt die Antennenempfindlichkeit und mit dem rechten Wahlschalter lassen sich bis zu 4 Oktaven hinzuschalten. Je nach Aufstellungsort muss das Theremin eingestellt werden, da alle Gegenstände, vorallendingen welche aus Metall, einen hörbaren Einfluss auf den Pitch haben.
In verschiedenen Foren las ich Beiträge von Thereministen die das Poseidon4 als unspielbar rezensierten, unter anderem weil die TonSkala sich nicht ordentlich einstellen ließ. Ich habe es ausgemessen: Mit ein wenig Geduld lassen sich 4 Töne mit gleichem Abstand einstellen, in einer logaryhtmischen Skala . Wenn mit dem Wahlschalter +1 oder +2 Oktaven hinzugewählt werden dann verschiebt sich die Skala entsprechend. Da selbst teure Geräte keine lineare Skala produzieren, kann man diesen Makel vernachlässigen – der Thereminist spielt das Instrument und nicht umgekehrt.

Einzig, der sinusartige Ton nervte mich von Anfang an. Das attack-arme Piepen hat wenig mit den Stimmen eines teuren Geräts gemein- ich prozessiere den Ton zur Zeit mit meinem AudioZerhacker.

Der pfiffige Gedanke mittels eines Guitar2Midi-Konverter (von Sonuus) einen Synth anzusprechen war verheissungsvoll, erwies sich aber als Quatsch. Der G2M produzierte zwar Midinoten, seltsamerweise aber immer nur den gleichen und auch das Einschalten der chromatischen Skala auf dem Gerät  brachte keinen Erfolg. Schade.

Aufgeschraubt & Verbessert
Im Innern des Gerät ist herrscht Ordnung und Sauberkeit. Diverse ICs verrichten auf einer handbestückten Platine in einem Euro-Gehäuse ihren Dienst. Eine Verbesserung, welche die fehlende Lautstärkensteuerung kompensieren sollte musste ich wieder ausbauen, da das Theremin danach nicht mehr spielen wollte- die Schaltung in dem ungeschirmten Gehäuse ist ziemlich empfänglich für Störfelder. Zukünftig werde ich das Gehäuse von innen abschirmen, evtl. verbessert sich dann die Spielbarkeit. Eine andere Volumensteuerung ist zur Zeit noch in der Planung.  bereits als externes Gerät gebaut worden, ein eingebauter Clip-On-Tuner hilft ab nun den richtigen Ton zutreffen. Ich vermute : Poseidon 4 benötigt noch viel Zeit und Hingabe bis zur endgültigen Fassung. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Fazit
Ich finde, dass das Poseidon 4 von Golem Instruments kein zu teuerer Effekt ist. Das Instrument ist  spielbar, für meine Zwecke absolut befriedigend; die Solierung eines klassischen Stücks dürfte aber erst nach Jahrelangen Training gelingen. Der Sound des Theremins ist dürftig, irgendwie piepsig – eine ordinäre Gitarrenzerre kann den Sound aber anfetten. Die einstellbaren Parameter sind in diesem Preissegment super. Die fehlende Volumensteuerung behindert ein akzentuiertes Spiel- das muss noch nachgerüstet werden. Zusätzlich möchte ich den Enthusiasmus des Herstellers hervorheben, der ohne eine richtige Nachfrage Instrumente händisch zusammenlötet und unter der möglichen Preisgrenze vertreibt- vielleicht für den Einen mit zu vielen Einschränkungen: Ich find`s im Sinne von CircuitBending trotzdem OK.  Danke, Fritz!

Circuit Bending Tip #1

PCBWer oft auf Bausätze zurückgreift oder selbstentwickelte Schaltungen zusammenlötet und dabei keinen Breadboard-Testaufbau verwendet, kann beim hacken der Orginalschaltung schonmal verzweifeln. Insbesondere kann man durch Veränderung der Widerstände ja häufig eine Soundveränderung herstellen. Dummerweise sind korrekt eingelötete Widerstände schlecht zu handhaben. So ist es gut schon beim Aufbau an mögliche Modifikationen zu denken. Hilfreich ist in diesem Fall die Widerstände für eine spätere Entfernung mit einem Ende nach oben – wie im Bild zu sehen-  einzubauen. So braucht man beim Benden nur die lange Seite ablöten und kann unproblematisch an den Lötpunkt etwas anderes anlöten. Damit ich beim Arbeiten weiss auf welcher Seite der lange Draht steht orientieren sich die „sich bückenden“ Widerstände an Pin1 eines ICs. Rückwärtig ist es dann immer das linke oder obere Pad welches ich entlöten muss. Ein kleiner Schraubendreher hat jetzt auch genug Platz um den Draht aus der PCB zu ziehen.

 

 

 

talking Blackbox

wpid-p_20150724_184108.jpgDer Ploytec πλ² (fürderhin nur noch Pi genannt) ist schon seit zwei Jahren auf dem Markt und flog seit diesem Zeitpunkt unter meinem Wahrnehmungsradar. Ein Minisynth ohne Bedienelemente der einzig über einen Computer editiert werden kann passt nicht ins Woitek`sche Setup. Bis ich neulich in einem Video des Herstellers über die Firmware 02.56 gestolpert bin. Mittels dieser Firmware ist es möglich dem Pi eine geraume Anzahl künstlicher Phoneme zu entlocken, die richtig „zusammengesetzt“ sogar Wörter bilden können. Klanglich erinnert die Sprachsynthese an Stephen Hawkings DECtalk DTC01.

Meine bisherigen Versuche eine „Sprachabbildung“ in meine Klangerzeugung einzupflegen waren bis dato ohne Erfolg. Gesampelte Phoneme via MPC500 abzufeuern war klanglich nicht künstlich genug, der Babbeltron klang super – ist aber ne riesenmenge Arbeit , der zentrale Chip (Babbelbot IC ) ist zZt. vergriffen und die „Kiste“ von dem Ding ist viel zu groß für meinen Koffer. (Trotzdem bleibt der Babbeltron auf meiner Wishlist) Vocaloid-Prozessoren wie ZB. in KORGs Miku-Stomp sind als Effekt entweder zu teuer oder sprechen nur japanisch 😉 und zwei Franklin Bookman Übersetzungshandhelds sind bei dem Versuch die SMD-Platine zu löten leider frittiert worden.

Da kommt mir der Pi doch sehr gelegen. Nur per PC editierbar….aber er SPRICHT!

Zuhause angekommen versteckte sich die winzige schwarze Plastikkiste in einem kleinen Karton samt Flyer für mit Belegung der 64 Presets im Auslieferungszustand und einigen Anschlussschemata. Per MIDI2USB-Adapter lässt sich der Klang der Presets editieren und die Firmware updaten. Dummerweise liess sich die Firmware 02.56 nicht aufspielen. Nach einem sehr netten Kontakt mit Markus Medau von Ploytec stellte sich heraus, daß mein MIDI2USB-Adapter keine SysEx-Befehle übermittelte. Nachdem ich mir einen neuen Adapter gekauft hatte liess sich die Firmware problemlos aufspielen.

Aufgeschraubt & Verbessert
Da der Ploytec PL2 in seiner winzigen Abmessung vermutlich nur SMD bereithält habe ich die Box nicht einmal aufgeschraubt. Allerdings habe ich ein MIDI-Kabel mit einem Schalter versehen und den PL2 mit einem Merger-Kabel  an den MIDI-Out des MoPho und des KORG SQ1 gesteckt. Nun lassen sich die Speicherbänke und die Lautstärke des PL2 per MoPho steuern, da der MoPho ControlChange-Befehle über das MIDI-Out sendet. Der Schalter dient dazu, nach Einstellen des PL2, den MoPho umzustellen ohne Soundveränderung am PL2. Prima!  Alternativ werde ich für einen Standalone-Betrieb mir den Pocket Electronic von Doepfer zu Herzen nehmen- aber das beschreibe ich dann in einem separaten Artikel.

Fazit
Klanglich liegt der PL2 absolut auf meiner Wellenlänge. Aus der kleinen Box kommt von Orgel bis Sinuskurve alles raus was das Herz begehrt. Artefakte, Rauschen und Ticken passen prima in mein Setup- die Sprachsynthese ist für mich das Beste.
Natürlich muss ich zum editieren der Sounds das Ding an meinen PC anstöpseln, aber das mache ich ja auch mit dem MoPho und meiner MPC500.
Ich bin begeistert von dem kleinen Gerät und freue mich auf noch kommende Firmware-Updates.

Anbei ein schnelles Beispiel über die Sprachsynthese des PL2 in Kombination mit dem Korg SQ1.

Der KORG-Helfer

Der KORG-HelferAb einem gewissen Alter gerieten meine Hände anscheinend größer als dem durchschnittlichen Japaner. KORG hat in seiner Monotron, Monotribe und Volca-Serie viele sehr kleine Das Helferlein einfach überstülpen....Potentiometer/Encoder eingebaut, welche ich nur sehr schlecht mit den Fingern bedienen kann- wenn die Potis zu nah an einander gebaut sind, ist die Bedienung fast unmöglich. Seit geraumer Zeit bin ich aus diesem Grund auf der Suche diesen Mißstand zu beheben. Die Verwendung von Potentiometerköpfen hat nur Sinn wenn genug Platz zwischen den Potis ist aber mein neuer KORG-Helfer behebt das Manko.

Ein ordinärer Stabilostift wird von Schreibkopf und Ende befreit und dient nun als Finger-Verlängerung. Zusätzlich habe ich an einer Seite noch einen Nintendo-Stylus hineingeklebt: Fertig ist das Multitool um KORGs Minigeräte zu bedienen.

Bei Bedarf kann das hohle Ende ein wenig über das Poti oder den Encoder gestülpt werden und so kann mit den Fingern gdreht werden ohne Hindernisse. Die Stylus-Seite ist für eine punktgenaue Verwendung von KORGschen Ribbons oder resistiven Touchpanels gedacht.